Maximilian

Eine Wahl(party)nachlese

Der heutige Abend war sehr spannend. Wir haben diverse Wahlparties besucht, den Politikern vor Ort unser Fazit mitgegeben und standen auch für persönliche Gespräche zur Verfügung. Das war ne ganze Menge Arbeit, aber auch sehr Aufreibend. Hier gebe ich euch mal einen Eindruck:

16:00 Uhr:    Wir lesen auf unseren iPads die bedrohlich geringe Prozentzahl von 22% Wahlbeteiligung bis 16 Uhr und unsere Laune sinkt schlagartig.

17:00 Uhr:    Wir fahren gemeinsam von unserem Mittagssnack zur Wahlparty der Linken.

17:30 Uhr:     Ankunft im Restaurant „Seerose“. Hier essen einige Linke einen Abendsnack, bevor in wenigen Minuten die ersten Hochrechnungen erscheinen. Doch noch davor durften wir auf die Bühne. Wir stellten unser Fazit vor und übergaben Ministerin Tack einen großen Wahlwecker – also sinnbildlich die Verantwortung die Jugend jetzt nicht wieder einschlafen zu lassen.

18:00 Uhr:     Wir sind immernoch in der Seerose. Die ersten Wahlergebnisse trudeln ein. DIE LINKE verliert 8,5% – dies lässt sich auch an den Gemütern ablesen. Die Kinnladen fallen herunter. In dieser Hochrechnung lässt sich auch schon einiges mehr klar erkennen: Die SPD hat mit 31,9% leichte Verluste (-1,1%). Die Grünen gewinnen 0,5 Punkte und landen bei 6,2%. Die CDU gewinnt 3,2% und erhält 23 % der Stimmen. Die AfD zieht mit rund 12% in den Landtag ein. FDP und NPD verlieren jedoch stark und werden in der künftigen Legislatur nicht im Landtag vertreten sein.

18:20 Uhr:     Ankunft in der Landesgeschäftsstelle der CDU. Hier stehen einige große Zelte und der erste Kellner, der uns entgegenkommt versorgt uns direkt mit Wein. Wir warten ein paar Minuten, bis sich Frau Richstein bei uns ankommt und wir direkt unser Fazit vortragen können. Unsere Ansprache wird kurz unterbrochen, als Herr Schiwrack im ebb ein Interview gibt. Nach dieser kurzen Unterbrechung setzten wir fort. Auch wenn uns nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, bekamen wir vom Rest einen Applaus. Auch Frau Richstein konnten wir unseren Wahlwecker übergeben.

18:45 Uhr:     Die ersten Wahlbeteiligungszahlen sind angekommen: 49%. Das ist nicht das, was wir uns gewünscht haben. Immerhin lag die Wahlbeteiligung noch unter der in Sachsen.

19:00 Uhr:    Wir sind zurück am Alten Markt und besuchen hier die Wahlparty der SPD im Alten Rathaus. Hier warten wir auf Frau Geywitz, die uns allerdings erst zu Beginn der Abendschau auf der Bühne ankündigt. Bei den Sozialdemokraten bekamen wir viel Aufmerksamkeit und mit der Übergabe des symbolischen Weckers auch einen großen Applaus. Hier hat uns wieder das Team des ZDF begleitet.

19:50 Uhr:    Wir laufen gerade, begleitet vom ZDF-Kamerateam, rüber zum Kutschstall Potsdam, wo wir auch der AfD unser Fazit vorstellen wollen. Doch werden wir hier leider nicht empfangen uns schon am Einlass von einem „Türsteher“ abgewiesen. Das zeigt uns sehr stark, wie gefragt der einfache Bürger hier ist und was das „bodenständig“ im Parteititel heißt. Da wir ja immernoch vom ZDF begleitet werden, interviewt uns das Kamerateam vor der Tür, woran unser Scheitern lag. Im Laufe des Gespräches versammelten sich jedoch immer mehr Anzugträger um uns herum und die Situation wird tanzschön abstrus. Als wir gerade am gehen waren, wurden wir nocheinmal gefragt, welche „Vereinigung“ wir denn seien. Im Gesprächsverlauf stellte sich heraus, dass ein Direktkandidat aus Brandenburg a.d.H. noch nichts von uns gehört haben will. Das finden wir sehr abstrus, da alle demokratischen Parteien dieselben Informationen bekommen haben.

20:20 Uhr:    Der letzte Partybesuch steht an: Wir besuchen die Wahlparty der Grünen. Hier werden wir sehr herzlich empfangen und auch von allen angehört. Im Anschluss an unsere kleine Ansprache wurden wir sogar auf Getränke eingeladen und hätten noch lange mitfeiern können. Die Grünen waren sehr ausgelassen uns feierfreudig.

21:00 Uhr:    Wir ziehen uns ins Gutenberg 100 zurück und feiern dort gemeinsam einen gemeinsamen Abschluss. Denn obwohl die Wahlbeteiligung letztenendes nur bei 47,9% lag sind wir uns sicher einen großen Teil dazu beigetragen zu haben. Mit einem letzten Getränk und einem kleinen wenig Karaoke verabschieden wir uns voneinander. Doch werden wir in den nächsten 5 Jahren nicht ruhig sitzenbleiben und zuschauen. Nein! Wir werden stehen bleiben und unserer Stimme Ausdruck verleihen.