Maximilian

Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin,

sehr gehrte Abgeordnete, sehr geehrte Gäste,

25 Tage liegt das Ende unserer Reise und damit der Wahltag jetzt zurück. Wir haben unglaubliches erlebt: 16 Tage reisten wir durchs Land, trafen Jugendliche, Eltern, Multiplikatoren in der Jugendarbeit und viele viele Landtagskandidaten. Trotz unserer holprigen Fahrten über dringend sanierungsbedürftige Landstraßen, entstanden tolle Gespräche mit Politikern, die ehrlich und direkt waren. Aber auch Diskurse mit Jugendlichen beförderten neue Eindrücke zu Tage.

Diese waren sehr produktiv und informativ – unerwartet aber war: die Jugend interessiert sich für Politik!
Doch was kommt jetzt? Fünf weitere Jahre, in denen die Jugend nur interessiert, wenn sie dabei helfen kann ein Vorhaben durchzudrücken?

Die Landtagswahl ab 16 muss ein Anfang gewesen sein! Wenn 38’000 Jugendliche zwischen 16 und 18 nur Stimmvieh waren, dann läuft etwas echt verkehrt! Jugendliche wollen mitmischen und ihre Zukunft mitgestalten. Doch dafür brauchen sie Angebote, die sie in ihrer Lebenswelt abholen. Wie läufts in meiner Schule, wie komme ich am Wochenende von A nach B sind die brennenden Fragen, der es einer Antwort bedarf. Ich lebe in Berlin. Trotzdem ist mir klar, dass ein ÖPNV, der sonntags um 18 Uhr nicht mehr in ein Dorf fährt, ein junges Problem ist. Wie kann es sein, dass ich nur im 4-Stunden-Takt in die nächstgrößere Stadt komme?
Aber auch an der Gestaltung ihres Lebensraums sind junge Menschen interessiert. Was bringt es, wenn der hiesige Skatepark jedes Jahr ein teures Betonobjekt bekommt, dass den Skatern dann nur im Weg rumsteht? Jugend will mitreden und jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Die WAHLWECKER waren ein Anfang, die Jugend ist aufgeweckt, doch sie will mehr als wählen.

Natürlich kann das der Landtag allein nicht schaffen. Er kann sich helfen lassen durch landesweit agierende Vereine der Jugendhilfe. Aber wie sollen diese bei steigenden Kosten und stagnierender Förderung durch den Landesjugendplan kontinuierlich gute Arbeit leisten? Dieses Wunderwerk die Finanzplanung würde ich gern verstehen, kann es jedoch als Vorstandsmitglied eines LJP-abhängigen Vereins nicht.

Lassen sie uns mitmischen. Wir können das, doch wenn wir nicht erfahren wie, dann wird das nichts.

Ich wünsche Ihnen für die anstehende Legislatur jederzeit ein gutes Händchen und denken Sie dran: Wir sind auch noch da und freuen uns partizipiert zu werden.